
💾 Mit moderner Hardware gescheitert, mit 15 Jahre alter Technik erfolgreich. So haben wir 100 Disketten für unser CTF beschrieben.
Ende 2025 haben wir die ersten Challenges für das RedMimicry CTF veröffentlicht. Die Beschaffung der Disketten selbst gelingt über eBay noch vergleichsweise einfach. Beim Gestalten der Labels hatte ich damit zu kämpfen, überhaupt eine Maßvorlage zu finden. Falls ihr auch eigene Disketten erstellen wollt: Für Wrap-Around müssen die Labels 7 × 7 cm groß sein.
Die Disketten zu beschreiben war eine größere Herausforderung als gedacht. Der naive Versuch mit einem USB-Diskettenlaufwerk war nicht von Erfolg gekrönt. Der Schreibprozess war nur bei rund 20% aller Disketten erfolgreich. Ein Problem mit den Disketten? Das Alter? Oder vielleicht auch ein unzureichendes Laufwerk? Vermutlich eine Kombination aus allem.
In einem Retroforum haben wir das GreaseWeazle-Projekt entdeckt. Das ist ein Open-Source-Controller für interne Diskettenlaufwerke; wir haben das Sony MPF920-E genutzt. Der GreaseWeazle instrumentiert das Laufwerk auf Hardwareebene, erreicht so eine bessere Erfolgsrate und kann beschädigte Sektoren mehrfach beschreiben.
Die Ausfallquote ist mit dem Einsatz des GreaseWeazle auf unter 5 % gefallen. Absolut akzeptabel für ein Medium, dessen letzter Großproduzent vor 15 Jahren die Produktion eingestellt hat. Eine Diskette zu beschreiben dauert ca. 2 Minuten. So konnten wir alle Disketten an einem Arbeitstag beschreiben.
Neben den eingereichten Lösungen auf unserer CTF-Plattform ( rcr.sh ) waren die Disketten bisher auf jeder Veranstaltung ein Eye-Catcher und Aufhänger für erste Gespräche!
Falls ihr noch keine Diskette habt, schaut gerne auf einer der Veranstaltungen vorbei, die auf unserer Homepage verlinkt sind.
RedMimicry

Stefan Steinberg
COO
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